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Tipps & Tricks gegen Langeweile beim Hund

Tipps & Tricks gegen Langeweile beim Hund A1_Moments_AU - Pixabay Tipps & Tricks gegen Langeweile beim Hund

Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Hundeschulen, keine Spaziergänge oder Spiele mit dem Hundekumpel aus der Nachbarschaft. Kein Grund für Ihren vierbeinigen Gefährten, gelangweilt im Körbchen oder auf der Decke zu liegen und nur noch der nächsten Mahlzeit als Höhepunkt entgegenzufiebern.

Innovative Spiele, bei denen Herrchens und Frauchens Fantasie keine Grenzen gesetzt sind, entwickeln sich derzeit zum Renner. Hund und Mensch haben gemeinsam Spaß und erleben eine unbekannte, qualitativ einmalige und sehr intensive gemeinsame Zeit.

Erziehung und Spaß für Kind und Hund

Erziehung und Spaß in einem? Das geht doch nicht. Und ob das geht. Es ist sogar wunderbar möglich, die Kinder mit einzubeziehen und zum Beispiel gemeinsam für die „Schnüffelstunde“ einen Schnüffelteppich für den Hund zu basteln. Eine Mischung aus körperlicher Aktivität und Kopfarbeit ist perfekt, um Kind und Hund auszulasten.

Überforderung vermeiden
Im folgenden Video sehen Sie verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten direkt nacheinander. Diese wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen und stellen eine Zusammenfassung dar. Alle Übungen sollten einzeln langsam aufgebaut und erarbeitet werden. Bitte beachten Sie die individuellen Bedürfnisse und Konzentrationsfähigkeiten von Mensch und Hund. Ziel ist die Freude am gemeinsamen Miteinander. Vermeiden Sie Überforderung und Druck.

Impulskontrolle – wichtiges Element im Hundealltag

In unserer schnelllebigen, hektischen und reizüberfluteten Welt haben sogar wir Menschen oft Probleme, zur Ruhe zu kommen und uns auf wesentliche Dinge zu konzentrieren. Wie soll dann erst der Hund dazu in der Lage sein? Nutzen Sie die neue freie Zeit, um Ihrem Hund Ruhe und Kontrolle über sein eigenes Tun beizubringen. Denn Impulskontrolle ist ein wichtiger Bestandteil im Training und auch im Alltag. Hierbei können kleine Aufgaben schon zu einer großen Herausforderung werden – wie zum Beispiel das Futter nicht berühren, das direkt vor der Nase liegt.

Fortgeschrittene Impulskontrolle mit LeckerchenFortgeschrittene Impulskontrolle mit Leckerchen (© Sina Köplin)

Die Übungen zur Impulskontrolle können immer weiter gesteigert werden und Sie werden sich wundern, welche Fähigkeiten Ihr Hund mit sich bringt:

  • Becher auf dem Kopf ausbalancieren
  • Leckerchen um sich herum erdulden
  • an dem geliebten Ball vorbeilaufen und diesen ignorieren
  • Hinlegen und Leckerchen auf der Pfote erdulden
  • Leckerchen auf der Nase balancieren
  • u.v.m.

Das sind nur ein paar Ideen, die Sie ohne viel Aufwand überall trainieren können. Fangen Sie immer klein an und steigern Sie die Schritte wohl überlegt. Mit Ruhe und Geduld wird hierbei jedes Hund-Mensch-Team seine individuell gesteckten Ziele erreichen.

Balancieren von Gegenständen erfordert viel ÜbungBalancieren von Gegenständen erfordert viel Übung (© Sina Köplin)

Überraschungspakete für Ihren Hund

Eine gelungene Abwechslung für Ihren Hund bringen die Überraschungspakete. Aus einfachen Dingen wie Toilettenpapierrollen und Schuhkartons können Sie hier schnell etwas Attraktives für Ihren Vierbeiner zusammenstellen und somit die Langeweile auslöschen. Bei den selbstgebastelten Paketen können Sie natürlich ebenfalls den Schwierigkeitsgrad steigern, so dass jeder Hund auf seine Kosten kommt. Im folgenden Video sehen Sie eindrucksvoll, wie auch bei schlechtem Wetter die Auslastung in der Wohnung funktionieren kann.

Sport mit dem Hund im Garten oder Wald-und-Wiesen-Agility

Der eine Hund braucht mehr, der andere weniger Beschäftigung und Auslastung. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab wie der Rasse, dem Alter und den Lebensbedingungen. Im Schnitt benötigen Hunde ungefähr zwei Stunden Beschäftigung und Bewegung pro Tag. Unter Beschäftigung fällt alles, was den alltäglichen Trott unterbricht, wie zum Beispiel auch der Sport. Die meisten Hundebesitzer gehen für den Sport mit ihrem Vierbeiner in eine Hundeschule oder einen Hundeverein, aber auch allein ist in dem Bereich viel möglich.

Selbstgebaute Cavallettis für den Garten oder Wald-und-Wiesen-Agility machen jedem Hund viel Freude und bringen Bewegung und Spannung in den Alltag. Im Wald finden sich viele Dinge, die man als Hindernisse nutzen kann, damit der Hund gymnastiziert und motorisch geschult wird. So unterschiedlich jeder einzelne Hund ist, so verschieden sieht auch die artgerechte Beschäftigung aus.

Agility und Sport im GartenAgility und Sport im Garten (© 825545 - pixabay)
Wald-und-Wiesen-Agility

Die Natur bietet viel mehr als nur an der Leine geradeaus zu laufen:

  • Baumstämme unterschiedlichen Durchmessers eignen sich zum Balancieren
  • Baumstümpfe bieten natürliche Podeste
  • Baumreihen als Slalom-Parcours nutzen
  • Futtersuchspiele unterwegs: Achtung! Lassen Sie den Hund nicht unbeobachtet, sondern begleiten Sie ihn aktiv beim Schnüffeln, damit er nicht aus Versehen Fressbares findet, das nicht für ihn bestimmt ist.

Mögliche Maßnahmen:

  • Futtersuchspiele unter Signalkontrolle stellen
  • Futter in Futterbeuteln anbieten
  • Futter nicht am Boden, sondern erhöht, z.B. an einem Ast aufgehängt, verstecken
Agility ist auch im Wald möglichAgility ist auch im Wald möglich (© Sina Köplin)

Hundetricks

Eine weitere schöne und manchmal sogar nützliche Beschäftigung ist es, den Hunden Tricks beizubringen. Grundvoraussetzung für das Einüben von Hundetricks ist, dass sowohl Sie als auch Ihr Hund Spaß daran haben. Wichtig ist zu beachten, dass nicht jeder Hund jeden Trick ausführen oder erlernen kann. Hierbei ist Ihr Feingefühl gefragt. Durch das Erlernen der Tricks wird das gegenseitige Vertrauen gestärkt und die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Hund verbessert.

Auch hier gilt es, zuerst mit kleinen Übungen anzufangen und den Hund nicht zu überfordern. Geben Sie aber bitte nicht direkt auf, wenn etwas mal nicht sofort funktioniert. Vielleicht hat Ihr Hund einfach noch nicht genau verstanden, was Sie von ihm möchten. Denken Sie immer daran: Das konsequente und schrittweise Trainieren sowie die kleinen Erfolgserlebnisse zwischendurch fördern das Selbstbewusstsein und stärken die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Hund.

Jeder Hund mag Beschäftigung

Bei Hunden gibt es kein zu jung oder zu alt für eine sinnvolle Auslastung. Jeder Hund mag Beschäftigung und will nicht nur auf dem Sofa liegen. Deshalb freut sich Ihr Vierbeiner, wenn Sie sich mit seinen Bedürfnissen und Vorlieben befassen, um ihm eine sinnvolle Beschäftigung anbieten zu können. Hundetrainer oder Hunde-Verhaltensberater unterstützen Sie gerne im hundespezifischen, kleinschrittigen Aufbau – von der einfachen Übung bis hin zu komplexen Lerneinheiten. So hat Langeweile keine Chance.

Fazit: Frustration vermeiden – Erfolgserlebnisse etablieren

Beobachten Sie Ihren Hund bei den ihm gestellten Aufgaben. Helfen Sie ihm, bevor er aufgibt. Viele kleine Erfolgserlebnisse stärken sein Selbstbewusstsein und Ihre Beziehung zueinander.

  • Gliedern Sie eine Aufgabe im Vorfeld in mehrere kleine Teilschritte
  • Stellen Sie ihm Aufgaben, von denen Sie überzeugt sind, dass er sie lösen kann.
  • Seien Sie nicht enttäuscht, wenn der Hund es nicht schafft und Sie vielleicht noch etwas weiter vorne beginnen müssen.
  • Loben Sie ihn viel und zeigen Sie ihm, dass Sie sich mit ihm freuen, wenn er etwas geschafft hat.

Ihr Hund lernt auf diese Weise: „Auf meinen Menschen ist Verlass. Er stellt mir lösbare Aufgaben, hilft mir in schwierigen Situationen und freut sich über meine Erfolge“.

Also - auf geht`s an die neuen Aufgaben. Ich bedanke mich bei allen zwei- und vierbeinigen Akteuren dieses Artikels und wünsche Ihnen und Ihrem Vierbeiner viel Spaß beim Ausprobieren.

Die in diesem Beitrag in Wort, Bild und Video dargestellten Übungen sind auf den Einzelfall bezogene Demonstrationsbeispiele und wurden fachlich angeleitet. Sie dienen Ihnen allein zur Veranschaulichung. Bitte nehmen Sie Abstand von einer ungeprüften Nachahmung. Eine Haftung für Schäden, die aus einem solchen Verhalten resultieren, übernehmen wir nicht.

Zur XXX Ausbildung
Sina Köplin

Sina Köplin ist gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin. Vor einigen Jahren hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht, indem sie die zertifizierte Ausbildung zur Hundegesundheitstrainerin und Tierphysiotherapeutin bei der ATM absolvierte. Seit über 18 Jahren betreibt sie aktiv Hundesport, sowohl mit eigenen als auch mit fremden Hunden. 2017 bekam sie die Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Ausbildung von Hunden nach § 11 Abs. 1 Nr. 8 Ziffer f Tierschutzgesetz und konnte sich so mit ihrem Hundegesundheitszentrum einen Traum verwirklichen. Seit 2017 trainiert und behandelt sie dort Jung- und Sporthunde sowie auch geriatrische, erkrankte und gehandicapte Hunde. Sie ist bei der ATM Autorin und Tutorin diverser Lehrskripten und Co-Dozentin im Bereich des Hundegesundheitstrainings bei der Akademie für Tiernaturheilkunde. Seit 2019 ist ihr Hundegesundheitszentrum der Standort für die Hundegesundheitstrainer-Praktika.

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